Mit grosser Trauer nimmt Swiss Sliding Abschied von Mario Padrun, einem langjährigen Wegbegleiter und leidenschaftlichen Förderer des Bobsports, der über Jahrzehnte hinweg nationale wie internationale Spuren hinterlassen hat.
Mario stiess Mitte der 1980er-Jahre als Betreuer von Celest Poltera zum Bobsport. Schon bald wurde sein aussergewöhnliches Engagement erkannt: Ende der 1980er-Jahre übernahm er unter Cheftrainer Franz Isenegger die Rolle des Teammanagers der Schweizer Nationalmannschaft – in einer Ära, die mit den Erfolgen von Ekkehard Fasser und Gustav Weder Sportgeschichte schrieb. In den 1990er-Jahren prägte er als Nachwuchsverantwortlicher und Europacup-Betreuer den Aufbau künftiger Talente nachhaltig.
Sein Know-how und seine menschliche Art machten ihn weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Ab 1994 wirkte Mario als Athletiktrainer und Logistiker bei mehreren Olympischen Spielen mit – zunächst mit dem Schweizer Team in Lillehammer, später mit dem italienischen Nationalteam, das unter seiner Mitwirkung grosse Erfolge feierte: Olympiagold 1998 in Nagano mit Günther Huber sowie eine weitere Medaille 2006 in Turin mit Gerda Weissensteiner.
2007 kehrte Mario in die Schweiz zurück und engagierte sich erneut für den Nachwuchsbereich, bis er 2010 seine Tätigkeit beim damaligen Schweizerischen Bobverband (SBSV) beendete.
Sein Wirken war geprägt von Fachkompetenz, Organisationstalent und einem feinen Gespür für Menschen. Für viele war Mario nicht nur ein Betreuer, sondern ein väterlicher Ratgeber und Motivator. Der olympische Geist, das Miteinander der Nationen und die emotionale Kraft des Sports begleiteten ihn ein Leben lang – wie er selbst rückblickend sagte: „Da leben alle Menschen aus allen Nationen auf engem Raum zusammen, als ob es nirgends auf der Welt Kriege geben würde.“
Mario Padrun verfolgte den Bobsport mit ungebrochener Leidenschaft – bis zuletzt. Wir verlieren mit ihm einen wertvollen Menschen, einen Brückenbauer und einen leidenschaftlichen Sportsmann. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
Text: Florian Willisegger
Foto: Sonja Kubli