Der Bob-Weltcup in Winterberg am vergangenen Wochenende brachte aus sportlicher Sicht ein Wechselbad der Gefühle, mit sehr starken Ergebnissen, aber auch Rennen, die nicht nach Wunsch verliefen.
Den Auftakt am Samstag machte das Monobob-Rennen der Frauen. Insgesamt verlief dieses Rennen eher durchschnittlich. Melanie Hasler hatte gleich mehrfach Pech: Zum einen wurde sie durch ihre späte Startnummer benachteiligt, zum anderen startete sie beide Läufe direkt in eine starke Windböe, was faire Bedingungen deutlich erschwerte. Sie beendete das Rennen als beste Schweizerin auf Rang 10. Inola Blatty und Debora Annen belegten die Plätze 15 und 16. Dieses Ergebnis spiegelt nicht das eigentliche Potenzial wider – die Bobpilotinnen hatten sich hier sicher mehr vorgenommen, und unter besseren Bedingungen wäre auch mehr möglich gewesen.
Bei den Männern im Zweierbob zeigte sich ein gemischtes Bild. Michi Vogt erwischte einen guten Start, aufgrund einer unkontrollierten Kurve 0 ging bereits entscheidend viel Zeit verloren womit das Rennen zunächst gelaufen war. Im zweiten Lauf zeigte er jedoch eine sensationelle Aufholjagd und fuhr sich mit der sechstbesten Laufzeit von Platz 15 noch auf Rang 8 nach vorne.
Die beiden weiteren Teams beendeten das Rennen auf Rang 13 (Follador/Güntert) und 15 (Rohner/Rolli).
Am Sonntag folgte das Zweierbob - Rennen der Frauen, welches aus Schweizer Sicht deutlich erfolgreicher verlief. Die Platzierungen 5 (Hasler/Pasternack), 7 (Annen/Morell) und 13 (Blatty/Kora) sind insgesamt als sehr gut zu bewerten. Inola hatte mit ihrer Startnummer etwas Pech, konnte aber dennoch ein solides Rennen zeigen. Besonders stark präsentierten sich Melanie und Debora, die beide sehr sauber fuhren und mit ihren Leistungen absolut überzeugten.
Den sportlichen Höhepunkt des Wochenendes bildete der Viererbob der Herren. Mit Platz sechs für das Team Follador gelang ein hervorragendes Resultat. Der Start der Mannschaft war relativ gut, die Fahrten waren sensationell, und zweimal wurde Top-Speed erreicht. Dieses Ergebnis ist ein klarer Beweis für das vorhandene Potenzial und stellt einen grossen Erfolg dar.
Für Michael Vogt und sein Team verlief das Rennen hingegen nicht zufriedenstellend. (15.) Am Start konnte er für seine Verhältnisse nicht mit einem guten Start überzeugen, und auch in der Bahn verlor er kontinuierlich Zeit. Gerade noch schaffte er es in den zweiten Lauf. Dieses Rennen zählt sicher zu seinen schwächeren, weshalb nun eine genaue Analyse notwendig ist, um die Ursachen zu erkennen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.
Timo hatte ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Start war nur durchschnittlich, und den zweiten Lauf verpasste er ganz knapp. Zwei kleine Fahrfehler reichten in diesem engen Rennen bereits aus, um aus dem Klassement zu fallen für Ihn bedeutete dies Schlussrang 21.
Der Bob-Weltcup in Winterberg zeigte sowohl sehr positive Ansätze als auch klare Bereiche mit Verbesserungsbedarf. Besonders der Viererbob der Herren und der Zweierbob der Frauen sorgten für starke Ergebnisse, während äussere Bedingungen, kleine Fehler und Materialabstimmungen noch bessere Platzierungen verhinderten.
Text: Sven Renggli
Foto: IBSF / Viesturs Lacis