Zwei EM-Medaillen für die Schweiz
Die diesjährige Rollenrodel-Europameisterschaft der International Sledge Sports Union ISSU fand nach 2022 zum zweiten Mal am 11.-13. September 2026 in Unterammergau in Oberbayern statt.
Die Rennstrecke «Köpfenstrasse» ist sauber asphaltiert und aussergewöhnlich schnell. Die Rennläufer erreichen Spitzengeschwindigkeiten von ca. 95 km/h.
Weitere Besonderheiten sind zwei «blinde», d.h. uneinsehbare Kurven sowie eine blinde Kuppe, deren Bewältigung die Intuition und Überwindung der Rennläufer erfordert. Auch die Lichtverhältnisse mit einem starken Licht-Schatten-Kontrast bei der Ein- und Ausfahrt von Waldpassagen machten das Rennen nicht gerade einfacher. Immerhin blieb es das ganze Wochenende über trocken und sonnig. Ein Rennen bei Nässe hätte insbesondere für die Kinder ein zu grosses Risiko dargestellt.
Am Freitagabend wurde die EM offiziell feierlich eröffnet. Am Samstag wurde der Grosse Preis von Europa ausgetragen und es fanden die Ausscheidungsläufe für die Europameisterschaft am Sonntag statt.
Seline Wyss vom SRC Grindelwald durfte zum ersten Mal an diesem Wochenende aufs Podest steigen: Sie gewann den GP von Europa in der Kategorie der Juniorinnen II. Ihr Vater Albert Steffen belegte mit seiner Partnerin Lea Coldebella vom RF Geuensee den zweiten Platz in der Doppelsitzerkategorie.
Drei Schweizer Athleten sowie Seline Wyss und Lea Coldebella qualifizierten sich am Samstag für den EM-Finallauf am Sonntag. Bei besagtem Finale der Europameisterschaft wurde Seline Wyss hervorragende Dritte hinter der Österreicherin Michelle Schnepfleitner und der Deutschen Lisa Walch, die erwartungsgemäss den EM-Titel errang.
Bei den Herren wurde Albert Steffen Zehnter, Daniel Moser vom SRCG Dreizehnter und Reto Coldebella vom RF Geuensee Siebzehnter.
Europameister wurde der Tiroler Fabian Achenrainer vor den Brüdern Andreas und Thomas Sölkner aus Oberösterreich.
Die Schweizer Doppelsitzerpaarung Steffen/Coldebella wurde zu den Europa-Vizemeistern gekürt. Fabian Achenrainer gewann den EM-Titel mit seiner Partnerin Sophia Zöhrer. Niko Hörth und Kristina Vollmer aus Deutschland wurden Dritte.
Beim abschliessenden Team-Wettbewerb, der als Ziel-Start-Stafette mit je drei Teilnehmern pro Team ausgetragen wurde, belegte Team Schweiz 1 mit Daniel Moser, Reto Coldebella und Albert Steffen Rang 4 hinter den Teams Österreich 1 und 2 sowie Deutschland 1.
Text und Bilder: Michael Ammann / SRC Grindelwald