Melanie Hasler und Nadja Pasternack sorgten bereits am Start für Aufsehen. Über alle vier Läufe hinweg erzielten sie jeweils die drittschnellste Startzeit im gesamten Feld – eine beeindruckende Demonstration ihrer Athletik und perfekten Abstimmung. Kaum ein anderes Team brachte den Schlitten derart konstant und schnell auf Tempo. Diese Startstärke verschaffte ihnen eine hervorragende Ausgangslage gegen die starke Konkurrenz.
In der Bahn wartete jedoch eine bekannte Herausforderung: Kurve 4. Diese technisch anspruchsvolle Passage bereitete auch Hasler Schwierigkeiten. Gerade dort entscheidet sich oft, ob aus einem sehr guten Lauf ein absoluter Spitzenlauf wird. Kleine Unsicherheiten in diesem Streckenabschnitt kosteten wertvolle Geschwindigkeit für den unteren Bahnteil. Hinzu kommt, dass insbesondere die deutschen und amerikanischen Teams im Frauen-Zweierbob über einen enormen Materialvorteil verfügen. Umso höher ist der sechste Schlussrang von Hasler und Pasternack einzuschätzen. Als bestplatziertes Team hinter den dominierenden Nationen – „best of the rest“ – dürfen sie mit diesem olympischen Diplom sehr zufrieden und stolz sein.
Ein weiteres Highlight aus Schweizer Sicht lieferte Debora Annen gemeinsam mit ihrer Anschieberin Salomé Kora. Für Kora war es ein historischer Moment: Sie ist die erste Schweizer Athletin, die sowohl an Sommer- als auch an Winterspielen teilgenommen hat und letzteres jetzt sogar mit einem olympischen Diplom.
Sportlich zeigten auch Annen und Kora eine starke Leistung. Trotz eines kleinen Startrückstands bewies Debora Annen in der Bahn viel Gefühl und Können. Sie zeigte, dass sie die Bahn im Griff hat und sich auf höchstem Niveau behaupten kann. Für ihre ersten Olympischen Spiele darf sie mit dem achten Schlussrang und dem erreichten Diplom entsprechend sehr zufrieden sein.
Die Schweizer Zweierbob-Frauen haben damit nicht nur mit reinen Resultaten überzeugt, sondern auch mit Dynamik, Konstanz und einer klaren Perspektive für die Zukunft.
Text: Sven Renggli
Fotos:IBSF / Viesturs Lacis